Honig

Honig und Waben im GlasHonig wird von den Bienen zunächst als Nahrungsquelle für das eigene Volk produziert. Etwa 40 Kilogramm beträgt die Ausbeute eines Bienenvolks pro Jahr. Dafür saugen die Bienen mit ihrem Rüssel Blütennektar oder Honigtau in ihren Honigmagen. Ist dieser nach etwa 200 Blüten gefüllt, so fliegen die Sammlerinnen zurück in den Stock und geben den Mageninhalt von Rüssel zu Rüssel an andere Bienen weiter. Bei dieser Übergabe werden auch keimabtötende Wirkstoffe, Enzyme und Fermente zugesetzt – so dass der Nektar langsam zu Honig wird. In offenen Waben trocknet der halbreife Honig, damit er haltbarer wird. Anschließend gelangt er in Lagerzellen, die mit Wachs verschlossen werden, damit der Honig nicht weiter eindickt. Nun kann er vom Imker geerntet werden.

Der Bienenhonig, der aus ernährungsphysiologischer Sicht vor allem durch die große Zahl verschiedener Zuckerarten besticht, enthält zudem Enzyme, Aroma- und Duftstoffe, Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Flavonoide. Insgesamt wurden bislang über 185 verschiedene Inhaltsstoffe wissenschaftlich festgestellt – und neben der Vielzahl an Wirkstoffen ist es ihr ausgewogenes Verhältnis, das die Besonderheit des Honigs ausmacht. Je nach botanischer und geographischer Herkunft sind die Wirkstoffe unterschiedlich verteilt. So ist der Vitamingehalt abhängig vom Blütenpollenanteil. In Waldhonig und Honigtauhonig, also einem Honig aus der zuckrigen Flüssigkeit, die Blattläuse auf Nadelbäumen hinterlassen, überwiegen Mineralstoffe und Spurenelemente.

Honig wird beispielsweise als Stärkungs- und Heilmittel bei Erkältungskrankheiten und Magen-Darmbeschwerden verwendet, da er antiseptische und antibakterielle Eigenschaften aufweist. So sind sogenannte Inhibine für die lindernde Wirkung des Honigs bei Infektionen der oberen Luftwege verantwortlich. Das alte Hausmittel „warme Milch mit Honig“ hat auch in der Wissenschaft gezeigt, dass es wirkt. Allerdings sollte der Honig nicht über 40 °C erwärmt werden, damit er seine Wirkung behält.

Auch zur Wundbehandlung wurde und wird Honig eingesetzt. Das Enzym Glucoseoxidase, das die Bienen für die Produktion des Honigs verwenden, wirkt antibiotisch. Es sorgt unter anderem dafür, dass der Zucker im Honig in Wasserstoffperoxid umgewandelt wird – und so Wundbakterien abtötet.