Schutzharz der Bienen

Was ist Propolis? Der Begriff Propolis stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "vor der Stadt" (von pro = vor und polis = Stadt), vielfach wird er sinngemäß auch als "Verteidigung der Stadt" übersetzt. Wegen seiner Form und seines Aussehens wird Propolis auch als Bienenkittharz, Bienenharz, Bienenleim oder Kittharz bezeichnet.

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Das Klima im Bienenstock

Abwehr von Krankheitserregern

Das Klima im Bienenstock

Bienen auf WabenIn einem Bienenstock leben viele tausend Bienen auf engstem Raum und bei fast konstanten 35 °C sowie hoher Luftfeuchtigkeit. Die Temperatur wird auf dieser optimalen Gradzahl durch ganz simple, aber fest im Erbgut verankerte Mechanismen gehalten. Wird es zu kalt, rücken die Bienen näher zusammen und heizen den Stock durch die Wärme ihres Stoffwechsels zusätzlich auf. Ist es zu warm, nutzen die Arbeiterinnen ihre körpereigene Klimaanlage. Sie fächeln mit den Flügeln die Wärme so lange hinaus, bis die Temperatur wieder stimmt.

Wird es nämlich zu heiß, sterben die Larven und Eier ab und das Wachs der Waben schmilzt. Aber auch zu geringe Temperaturen schädigen den Nachwuchs. An dieser Temperaturregelung beteiligen sich übrigens nicht nur die Arbeiterinnen, sondern auch die sonst eher untätigen Drohnen. Wird doch auch die Entwicklung des Bienenhirns stark von den Temperaturen während der Verpuppung bestimmt, wie Biologen der Universität Würzburg kürzlich herausgefunden haben. Tiere, die bei optimalen Temperaturen großgezogen werden, dürfen später im Freien nach Honig suchen.

Allerdings bieten die Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit auch einen idealen Nährboden für die Ausbreitung von Krankheiten. Für Pilze, Viren und Bakterien sind die Temperaturen ebenfalls ideal - und so wird Propolis im Bienenstock als Schutz vor den Erregern genauso genutzt wie als Maßnahme gegen Feuchtigkeit und Zugluft.

Abwehr von Krankheitserregern

Verschiedene BienenstöckeDer Bienenstock ist wie der Bienenstaat an sich ein hochorganisiertes und äußerst kompliziertes Etwas. In einem Stock befinden sich in den Sommermonaten bis zu 70.000 Individuen - eigentlich eine einzige Familie aus Königin, ihren Töchtern, den Arbeitsbienen, ihren Söhnen, den Drohnen sowie einer jungen Königinnengeneration.

Im Bienenstock befinden sich die Kinderstuben, Vorratskammern, der Bereich der Königin und der der Drohnen sowie der bewachte Eingang. Und das - fast unverändert seit etwa 40 Millionen Jahren - auch dank des Schutzes durch Propolis. Denn durch das breite Wirkspektrum dieses Schutzharzes herrscht im Inneren des Bienenstocks ein fast keimfreier Bereich. Forscher haben herausgefunden, dass es steriler als im vorbildlichsten Krankenhaus ist.

Sogar im Eingangsbereich machen sich die Honigbienen die desinfizierende Wirkung von Propolis zu Nutze. Sie krabbeln über eine Art Propolis-Teppich ins Innere des Bienenstocks. Eventuell anhaftende Bakterien und Pilzsporen werden so abgestrichen.

Propolis wird zudem dazu genutzt, eventuell eingedrungene größere Feinde, wie z.B. Mäuse oder Schlangen, einzuhüllen. Diese werden von den Bienen gestochen und getötet, können aber von den kleinen Hautflüglern nicht aus dem Stock geschafft werden, da sie zu schwer sind. Um den möglichen Infektionsherd, der bei der Verwesung des Feindes entsteht, auszuschalten, werden solche Tiere dicht mit Propolis umhüllt und dadurch geradezu mumifiziert.

Der Bienenkorb bleibt gesund, weil Bienen ihr eigenes Antibiotikum produzieren - eben Propolis, welches das Wachstum von Bakterien & Co. im Stock verhindert. Und anders als Antibiotika wirkt Propolis nicht nur gegen Bakterien, sondern auch gegen Viren, Pilze und andere Krankheitserreger.