Propolis-Pionier Karl L. Aagaard

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnt die Forschung über die chemische Zusammensetzung von Propolis. Versucht wird, die wirkungsvollen Bestandteile zu bestimmen. Dazu wird Propolis auf unterschiedliche Weise gelöst - in Alkohol, Chloroform oder Äther. In den 1960er Jahren zeigt sich, dass die chemische Zusammensetzung von Propolis stark abhängig von der geographischen Lage ist, in der die Bienen das Harz gesammelt haben. Grundsätzlich werden jedoch in allen Forschungen die Flavonoide als wirkungsvollste Elemente der Propolis herausgestellt.

Zudem zeigte eine Untersuchung des französischen Professors Dr. Remy Chauvin Mitte der 1960er Jahre, dass im Vergleich zu zahlreichen anderen Insekten nur die Bienen frei von Mikroorganismen sind.

Als ursächlich für den Siegeszug von Propolis in der westlichen Welt wird in der Forschung der dänische Forscher Karl Lund Aagaard angesehen. Sogar ein genaues Datum liegt vor, der 3. Juni 1967, an dem Aagaard zuerst selbst mit Propolis experimentierte.

Inhalte

Biographische Anmerkungen

Beschäftigung mit Propolis

Besonderer Qualitätsstandard

Biographische Anmerkungen

Propolis-Pionier Karl Lund Aagaard mit BienenkorbKarl Lund Aagaard war Gemeindedirektor in der Gemeinde Mern in Süd-Seeland. Auf dieser Insel liegt auch die Hauptstadt Kopenhagen - allerdings etwa 100 Kilometer entfernt. Aagaard bekam 1955 bei seinem Abschied von diesem Posten einen Bienenkorb mit etwa 60.000 Honigbienen geschenkt.

Er schreibt dazu: "Den Bienenkorb habe ich im Garten meines neuen Wohnortes aufgestellt und begonnen, das Leben der Bienen zu studieren und mich in Fachbücher über das Imkerwesen zu vertiefen. Nach zwei Jahren war mein Bienenhof auf sechs Körbe angewachsen. Ich konnte voller Stolz einen feinen und goldbraunen Honig vorweisen. Stunde um Stunde beobachtete ich die Bienen. Es ist aufregend und spannend, vor dem Flugloch zu stehen und den vielen Bienen bei ihrer Heimkehr zuzusehen."

Als Aagaard im Jahr 1985 stirbt, war er weltweit als "Dr. Propolis" bekannt.

Beschäftigung mit Propolis

Karl Lund Aagaard als ImkerBei seiner Beobachtung der Bienen bemerkte Aagaard auch, dass "Bienenwachs nicht einfach Wachs ist, sondern aus zwei verschiedenen Stoffen besteht. Einmal aus dem Stoff, den die Bienen als Schweiß ausscheiden. Das ist das Bienenwachs. Und dann ist da noch der Stoff, den die Arbeitsbienen von bestimmten Bäumen holen und mit eigenem Drüsensekret vermischen. Mit dieser Mixtur, mit dem Kittharz, dichten sie den Bienenstock gegen Zugluft und Feuchtigkeit ab. Eine ungeheuer kluge Handlung", betont der dänische Forscher.

Nun zum 3. Juli 1967: An diesem Tag sollte der alljährliche Sommerausflug der Gemeindeverwaltung stattfinden. Obwohl Aagaard eigentlich wegen einer starken Halsentzündung zu Hause hätte bleiben sollen, ging er als Chef mit - und büßte dieses mit hohem Fieber von über 40 Grad. Er startete einen Selbstversuch, den er so schildert:

"In der Nacht fand ich keinen Schlaf und erinnerte mich in meinem Fieberwahn an das Propolis, das ich so viele Jahre gesammelt hatte. Ich taumelte zu dem Schrank, in dem ich es verwahrte, nahm eine große Portion davon, zerstieß den Stoff im Mörser zu Pulver und löste es in warmem Wasser auf. Den Sud goss ich durch einen Kaffeefilter. Mit dem Aufguss, der so gelb war wie Tee, gurgelte ich, ohne weiter darüber nachzudenken. Dann wankte ich zurück zu meinem Bett und schlief ein. Am nächsten Morgen waren alle Beschwerden wie weggeblasen. Meine Frau - Krankenschwester von Beruf - untersuchte meinen Hals und war höchst erstaunt, dass nur noch eine schwache Rötung zu sehen war. Auch diese verschwand im Laufe des Tages."

So kamen die klebrigen Harzleimbrocken, die beim Schmelzen des Bienenwachses übriggeblieben waren und die Aagaard ohne weitere Hintergedanken aufbewahrt hatte, zum Einsatz. Seit diesem Tag beschäftigt sich Aagaard intensiv mit dem Thema Propolis. In seinen Erinnerungen betont er: "Dieser mir bis dahin unbekannte Stoff hat - davon bin ich fest überzeugt - eine Stärke und Konzentration, gegen die kein Virus und keine Bakterie eine Resistenz aufbauen kann."

Es folgen weitere Selbstversuche zu unterschiedlichen Anwendungsgebieten. Aagaard wird nach und nach zum weltweit anerkannten Experten für Propolis. Die Wirkung des Bienenkittharzes wird in fünf großen Versuchsserien an rund 16.000 Personen aus ganz Skandinavien getestet. Daneben koordiniert Aagaard die internationale Forschung mit Propolis-Präparaten, für deren Standardisierung in hochgereinigter Form er auch weltweite Patente erhält.

Besonderer Qualitätsstandard

Bei seinen Forschungen stellt Aagaard fest, dass das Naturprodukt Propolis ständig leichten Schwankungen unterworfen ist, selbst wenn es stets von denselben Sammelstellen stammt. Deswegen muss, wenn es sich um ein qualitativ hochwertiges Produkt handeln soll, durch Laboruntersuchungen der Gehalt an Flavonoiden ermittelt werden. Zudem wird durch Mischung von verschiedenen Propolissorten die erforderliche Angleichung an den festgelegten Standard erreicht.

Karl Lund Aagaard lässt ein Verfahren zur Herstellung hochgereinigten Propolis patentieren. Dieses beruht darauf, Propolis aus verschiedenen Vegetationsgebieten zu mischen. Der weltweite Patentschutz gilt von 1974 bis 1993.

Grundlage des Verfahrens ist die Mischung und anschließende Zerkleinerung der Rohpropolis. Anschließend wird die Masse einer Kältebehandlung unterzogen, um danach in eine kleinere Granulatform gebracht zu werden. Diese wird durch Siebe, Luftkanäle und Magneten in mehreren Arbeitsschritten von Verunreinigungen wie Holzteilen oder Metall gereinigt. Nach einer weiteren Kältebehandlung wird die gewonnene hochgereinigte Propolismasse zu einem feinen Pulver zermahlen.