Das bisherige Frühlingswetter hat ja leider noch nicht die Lust auf Gartenarbeit geweckt. Viel zu kalt und zu feucht – in manchen Gebieten hat es ja Ende April sogar noch geschneit. Und doch habe ich mir schon Gedanken zur Bepflanzung meines Gartens gemacht. Denn endlich möchte ich nun auch ein Gemüsebeet haben – um beispielsweise frische Kräuter, Salat, Tomaten oder auch Kartoffeln zu ziehen.

Zwar „brauchen“ wir Bienen und andere Bestäuber für viele Gemüsearten nicht, weil wir wie bei  Möhren und Pastinaken die Wurzeln oder wie bei Spinat und Salat die Blätter direkt ernten, aber trotzdem kann man auch im Gemüsebeet an die nützlichen Insekten denken. Mein Kollege, Dr. Hüve, hat ja bereits in seinem Beitrag zu „bienenfreundlichen Pflanzen für Balkon und Garten“ einige Tipps gegeben. Ich habe mich nun speziell mit dem bienenfreundlichen Gemüsebeet beschäftigt.

Bienenfreundlich sind beispielsweise Kürbisgewächse und Zucchini. Die großen Blüten werden nicht nur von Honigbienen, sondern auch von Wildbienen angeflogen. Und für mich und meine Familie sind sowohl Kürbisse als auch Zucchini ein Hochgenuss. Auch Bohnen, die sehr früh blühen, werde ich pflanzen. Acker- und Feuerbohnen eignen sich auch für mein Beet. In einem Garten mit vielen Blühpflanzen kann man, wie ich gelesen habe, besonders viele Bohnen ernten, da der Ertrag sich durch die Bienenbestäubung deutlich steigert.

Wenn man einzelne Gemüsepflanzen nicht erntet, sondern sie blühen lässt, freuen wir Menschen uns am Anblick der Blüten – und die Bienen und anderen Insekten über Nahrung. Das gilt z.B. für Küchenzwiebeln, Porree, Möhren oder Brokkoli. Auch blühende Spargelpflanzen sind für Insekten sehr attraktiv. Auch bei den Kräutern gilt, dass man sie möglichst nicht alle vor der Blüte ernten sollte. Zwar haben sie vor der Blüte ihr optimales Aroma, aber die Blüte erfreut vor allem Insekten. Zudem kann man dann von den Kräutern eigenes Saatgut ernten. Viel Nahrung für Insekten bieten beispielsweise kompakt wachsende Stauden wie Thymian, Lavendel oder Heiligenkraut (Santolina), die als Umfassung des Beetes dienen können. Genau wie der  klassische Buchsbaum lassen sie sich problemlos zurück- und in Form schneiden.

Wer etwas mehr Platz in seinem Garten hat, kann auch sogenannte Gründungungspflanzen aussäen. Diese werden gezielt zur Bodenverbesserung angebaut und normalerweise nicht geerntet, sondern gemulcht oder untergepflügt. Dazu zählen beispielsweise die auch als Bienenfreund bezeichnete Phacelia mit ihrer lavendelblauen, üppigen Blüte, oder der Inkarnatklee (Trifolium incarnatum), dessen purpurrote Blütenkugeln von weitem leuchten. Die Pflanzen bieten – genau wie Ringelblumen, Zinnien, Schmuckkörbchen oder Borretsch – nicht nur schöne Farbtupfer, sondern sind sehr insektenfreundlich.

Woran ich bei der Neuplanung meines Gartens auch denken werde, ist ein kleiner Gartenteich oder eine Vogeltränke. Insbesondere im Sommer benötigen Insekten auch Wasser, um ihren Durst zu stillen. Damit glattwandige Schalen nicht zu einer tödlichen Falle werden, einen dicken Stein ins Wasser legen, sodass sich die Insekten wieder retten können, die versehentlich hineingefallen sind.

Ach, nun freue ich mich auf die Arbeit im Garten – auf viele bunte Blüten, noch mehr flatternde Insekten und eine hoffentlich reiche Ernte! Haben Sie noch weitere Tipps für einen bienenfreundlichen Gemüsegarten? Dann schreiben Sie mir doch!